Goodbye, Facebook

Goodbye, Facebook! Ich werde dich vermissen. Wie eine Kneipe, in der man immer so nette und interessante Leute getroffen hat. Aber was soll man tun, wenn der Wirt überall Kameras und Mikrofone installiert, um sein Wissen über die Gäste zu verhökern?

Man trifft die Leute halt woanders. Aber wo? In einem anderen Netzwerk? Was Facebook so toll macht, ist ja, dass alle dabei sind. Wären alle bei einem anderen Netzwerk, dann würde halt diese Alternative zum Monopolisten.

Wirklich dezentral sind Blogs. Etwas mühsamer, zugegeben, aber es ginge.

Wenn ich etwas mitteilen will, kann ich das auch in meinem Blog tun. Und auf neue Posts per Twitter-Link aufmerksam machen.

Wer sich für ein Blog interessiert, abonniert einfach dessen RSS-Feed. Und für Smartphones und Tablets gibt es reichlich Apps, mit denen man seine RSS-Abos schick im Blick behalten kann.

Leute, die Facebook nicht nutzen, um die Öffentlichkeit anzusprechen, sondern im geschlossenen Freundeskreis kommunizieren, können das auch in einem Blog tun. Passwortgeschützte Zugänge zu Benutzergruppen sind kein Problem.

Schwierig ist hier vor allem das Mäandern durch verschiedene Freundeskreise, und natürlich fehlt die Chatfunktion. Da müssten die Freunde sich auf einen Messenger einigen.

Was ich am meisten vermissen werde, sind die vielen tollen Beiträge meiner Facebook-Freunde, sie waren eine echte Bereicherung, und sie werden nun an mir vorbeigehen.

Allerdings haben es die Facebook-Nutzer in der Hand, das zu ändern. Wer sich ein Blog baut – es dauert wirklich nicht länger als fünf Minuten – aber in Facebook bleiben will, kann im Blog schreiben und per Auto-Share-Plugin zugleich in Facebook posten.

Bilde ich mir ein, dass ich den Big-Data-Kraken entkomme, wenn ich Facebook verlasse? Natürlich nicht. Aber es macht schon einen Unterschied, ob ich per Mausklick sämtliche Rechte an meinen Daten an einen Anbieter abtrete und ihm noch dazu gestatte, alle meine Netz-Aktivitäten zu protokollieren, oder ob mir jemand hinterherspioniert, dem ich das nie erlaubt habe.

Und irgendwann wird das Pendel zurückschwingen. Es wird nicht mehr Mainstream sein, alles kostenlos nutzen zu wollen und dafür die Privatsphäre aufzugeben und den eigenen Bildschirm zur Litfaßsäule zu machen. Sondern wir werden für Service und Inhalte zahlen. Und wieder Kunden sein und nicht Beute.

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